Reisebericht Jagdschloss Springe


 




Ostern am Jagdschloss Springe







Wieder einmal durften wir als einziges mittelalterliches Heerlager auf einem Kulturmarkt auftreten. Zwischen Künstlern, die ihre Stein-, Holz-, Keramikware und was es sonst noch so gibt zum Kauf anboten, bauten wir unser kleines aber feines Zeltlager auf. Zu viert waren wir, Bruder Christian, Bruder Rene, Cornelia und Bruder Nikolaus, angereist. Unser Lager war zwar äußerst minimalistisch – 4 Zelte und die Feuerstelle mit einfachem Holzdreibein zum kochen – aber nichtsdestotrotz sehr gemütlich. Obwohl die letzten Zelte erst nach Einbruch der Dunkelheit standen machten wir uns noch ans kochen. Es gab gegrillten Hering – schließlich war es Karfreitag!



Am Samstag morgen standen wir früh auf und richteten das Lager für die kommenden Besucherströme her und deckten uns für das lange Wochenende mit Lebensmitteln ein. Pünktlich zum Marktbeginn traf Bruder Konrad ein. Er war den ganzen Weg gefahren um uns für den Tag zu unterstützen. Die Kälte der ersten Nacht im Zelt steckte uns noch in den Konchen - um so mehr freuten wrir uns über die zusätzlichen Decken, die Bruder Konrad mitbrachte. Leider musste er uns gegen abend, der beruflichen Pflicht folgend, wieder verlassen und den zweistündigen Weg gen Heimat antreten.



Das Unterhaltungsangebot war wie immer reichhaltig: von Jazz-Bands über den immer wieder gerngesehenen Lagergast Roland den Zauberer bis hin zum Leierkastenmann war für jeden etwas dabei. So bereicherten wir den Markt durch drei Schwertkampf- und Ausrüstungsvorführungen am Tag, dh. dreimal täglich Kettenhemd an- und ausziehen. Meistens ließ ich es jedoch zwischen den Vorführungen einfach an. Dabei geleiteten uns erstmalig Stundenkerzen durch den Tag und wir waren begeistert wie gut die selbstgebastelten Zeitmesser mit der Genauigkeit unserer modernen Uhren mithalten konnten.



Leider bescherte uns der Ostersonntag kein schönes Wetter. Der Regen weichte die Wiese auf und verwandelte sie in eine rutschige Matschpiste. So ließen wir am Sonntag auch die dritte Show ausfallen und warteten im Zelt sitzend auf besseres Wetter. In jeder Regenpause führte es Besucher in unser Lager, die den Schutz der trockenen Verkaufsräume und Stände verlassen hatten. Derweil setzten wir unzähligen großäugigen Kindern Helme auf und drückten ihnen Schwerter und Äxte in die Hände. Von den Besuchern wurden Kettenhemden hochgehoben und dutzende Fragen gestellt, die wir nach bestem Wissen und Gewissen beantworteten.



Besondere Erwähnung verdient die Osterandacht, die Bruder Rene für uns hielt. Nach den feierlichen Worten begingen wir unser ganz besonderes Osterfest in beinahe familiärem Kreis mit Brot, Eiern und Wein im schummrigen Licht von Laterne und Stundenkerze in unserem Küchenzelt.



Am Montag meinte Petrus es dann wieder besser mit uns. Der letzte Tag blieb zu unserer Freude trocken und wir konnten unsere kalten Glieder zwischen den Shows am Lagerfeuer wärmen. Zwischenzeitlich blieb auch noch Zeit für etwas Training und so konnte Bruder Rene seine ersten Erfahrungen mit dem Schildkampf sammeln und gleich vor Publikum vorführen.



Die Rückfahrt verlief ohne Zwischenfälle und auch die Staus des Osterwochenendes hatten sich bereits verflüchtigt, als wir zu später Stunde in Hamm ankamen und das Komthurey-Material abluden, wobei uns Andreas und Hartmann zur Hilfe kamen. Müde setzten wir uns ein letztes mal in die Autos - dem heimischen Bett entgegen. Es war ein sehr harmonisches Lager in kleinem Kreis... schade für die, die daheim geblieben sind.


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