Reisebericht Vechta

Bericht Burgmannentage Vechta 2007:

An einem schönen Freitag, dem 28. September 2007, machten wir uns nach Vechta auf. Es standen die Burgmannentage an.

Am späten Freitagnachmittag schlugen Peter und ich in unserem Lager in Vechta auf. Martin war schon, wie auch Michel von den Templern Gütersloh, ein paar Stunden vor uns anwesend. Wie bei jedem Lager begann der Aufbau und kurze Zeit später trudelten auch Wibke, Raffi und Nico ein. Zudem hatten wir in diesem Lager noch Besuch von Okko und Tick, die uns beim Aufbau auch noch unter die Arme griffen. Leider war das Wetter sehr nass und feucht, doch sollte es damit an diesem Abend noch keine Probleme geben.

Zu später Stunde machte sich Wibke ran eine vorzügliche Gulaschsuppe mit besten Würstchen zuzubereiten. Im Schein der der Kerzen nahmen wir unser erstes Mahl ein und gingen nach einem geselligen Abend recht früh zu Bett.


In der Nacht waren jedoch böse Mächte am Werke. Unter der Last des Regens brach unser Sonnensegel zusammen. Dies fiel den meisten doch erst auf, als Martin mit einem freundlichen Gesicht alle aus den Betten „warf“ und zum Aufbau bat. Zuerst durfte jedweder Kram, der vom Segel begraben war, weggeschafft werden. Leider mussten wir feststellen, dass sich ein gewaltiger See auf dem Sonnensegel angesammelt hatte. Den hieß es erstmal so runter zu bekommen, dass nicht soviel Wasser durchs Lager lief. Ein paar nasse Füße später war es dann auch soweit und wir begannen mit dem erneuten Aufbau.

An dieser Stelle sei angemerkt, dass ein wenig Morgengymnastik Wunder tut. Aber wehe einer erlaubt sich den Spaß eines Nachts das Segel umzuwerfen!

Nun war Zeit um sich frisch zu machen und das Frühstück einzunehmen. Hier war Okko ganz stolz auf seinen friesischen Tee und das Schwarzbrot. Frisch gestärkt konnten wir nun den Tag beginnen. Der Markt wurde erkundet und die ersten Waren eingekauft. Zudem mussten wir zu einer Besprechung bezüglich der Schlacht am Nachmittag. Hier wurde ich leider auf die Seite der Angreifer gepackt und musste später meine eigenen Leute mit Pfeil und Bogen beschießen.


Im Laufe des Wochenendes bekamen wir auch Besuch von der Templer Komthurey Hamburg, die auch an der ein oder anderen Messe von uns teilnahmen.

Der Höhepunkt des Samstages sollte am Nachmittag folgen. Um drei Uhr trafen sich alle Schlachtteilnehmer und die Gruppen fanden sich. Eine halbe Stunde später ging es los! Der vorbeifahrende Händlertross wurde aus der Burg heraus überfallen und kurze Zeit später marschierte das Heer zur Belagerung auf. Mit Katapulten, Trebuchets und einem Angriffsturm wurde den Verteidigern, nachdem der Anführer der Angreifer einen Korb voll Gemüse über den Kopf bekam, ordentlich eingeheizt. Es wurde mit Gasbetonsteinen, Feuerbällen und Wasserbomben angegriffen. Dazu gesellten sich einige Pfeilsalven der ca. 20 Bogenschützen. Doch ließen sich die Mannen und eine Frau ;o) in der Burg nicht einschüchtern und holten zum Gegenschlag aus. Erst warfen sie einen Gefangenen aus dem Tor und kurze Zeit später wagten sie einen Ausfall. Es kam zur offenen Feldschlacht. Hier gab es leider zwei Kämpfer die sehr flink die Angreifer umgehen konnten und die Bogenschützen angriffen. Aber getreu nach dem Motto „Wir sterben nur bei gutem Wetter“ ergriffen die Bogenschützen die Flucht anstatt sich in den Matsch zu schmeißen. Nico, Martin, Wibke und Peter hatten da weniger Glück. Nachdem mit einem Rammbock das Burgtor eingerissen war wagten die Verteidiger noch einen Ausfall, doch hier mussten sie sich den Belagerern und den zurückgekehrten Bogenschützen geschlagen geben. Doch standen unsere Templer sehr gut da und hielten lange dem Angriff stand, bis plötzlich drei von ihnen in einer Reihe „Tod“ vor der Burg lagen. Martin schlug sich noch wacker auf dem Felde, musste aber auch bald das zeitliche segnen. Zum Schluss gab es noch ein paar Kämpfer aus dem Raben Clan die wie die Verrückten aufeinander eindroschen, aber ohne jemanden zu verletzen.

In Erinnerung blieb mir ein Kämpfer in Vollplatte, der mit einem etwa 160 cm langen Streithammer um sich schlug. Lange dauerte es nicht und die Belagerer konnten den Schatz aus der Burg holen! Die Schlacht war geschlagen und es gab tosenden Beifall vom Publikum.


Erschöpft, aber auch sehr begeistert, gingen wir zurück in unser Lager. Hier wurde noch viel über die Schlacht geredet und man freute sich auf den nächsten Tag, da dort das gleiche Szenario nochmals gespielt wurde. Zu sagen sein noch, dass der Schlachtausgang nicht abgesprochen war. Leider gab es auch einen Wehmutstropfen, denn Raffi durfte nicht an dem Kampf teilnehmen, da sein Schwert nicht durch die Waffenabnahme kam. Nichts desto Trotz ließen wir den Tag ruhig ausklingen.

Der Markt wurde, auch wenn es meist regnete, immer wieder erkundet du zu später Stunde nutzen wir das letzte Tageslicht, um zu grillen. Als das Essen beendet war, saßen wir alle noch in einer Runde zusammen und er wurde viel gelacht und erzählt. Schließlich starteten wir noch ein paar Runden „Die Templer vom Düsterwald“. Hier half Spielleiter Nico den Anwesenden gerne mit den Sarazenen zu finden. „Tick, Tack, Sarazenenpack“ klang es aus seinem Mund und kurze Zeit später wurde Tick „umgebracht“. So ein kleiner Versprecher hatte doch einen gewissen Unterhaltungswert. Später wurde ich auch noch mit Herbert Grönemeyer verwechselt und ich stellte fest, dass ich für einen Bankraub nichts tauge, da mir Hände wichtiger sind als Geld :D.

Es war inzwischen Nacht und Wibke, Nico, Michel und Tick machten sich noch auf zum Zuber eines benachbarten Lagers und der Rest ging mit der Zeit schlafen. Der Sonntag fing an wie jeder Morgen. Müde Augen, schlaffe Glieder und ein starker Kaffee bzw, Tee. Zum Glück hatte sich das Wetter leicht gebessert und es regnete nicht mehr. Beim Frühstück stellte sich Tick dann eine berechtigte Frage. „Wie haben denn früher die Menschen das Nutella mit einem Essdorn aus dem Glas bekommen?“, sagte sie und sorgte für allgemeine Erheiterung. Der Tag verlief ähnlich wie der Samstag. Dominik nahm noch an einem Bogenturnier teil. Hier wurde über einen Fluss auf eine ca. 55m entfernte Scheibe geschossen. Leider belegte ich nur einen der unteren Ränge, hat aber trotzdem einen Heidenspaß gemacht. Die Pfeilsalven sollen auch imposant ausgesehen haben wie mir später Nico, Raffi und Peter berichteten.

Nach dem Bogenturnier kam es zur erneuten Feldschlacht. Heute wurden die Mannen in der Burg jedoch deutlicher geschlagen als am Vortag. Nico hatte sich beinahe den Arsch an einem Feuerball verbrannt, nachdem er von einem der Kämpfer darauf hingewiesen wurde. Es stank ja auch schon ein wenig. Dominik fuhr mit den Angreifern auf dem Belagerungsturm vor an die Mauern und wurde von Martin und Nico in französischer Ritter der Kokosnuss Manier verspottet. Doch ließ ich an dieser Stelle meine Pfeile sprechen, auch wenn sie nicht trafen. Peter erschrak kurz, als ein Pfeil an ihm vorbeizischte und kurz darauf begann der erneute Ausfall der Burgbesatzung. Hier hatte Martin noch Glück. Mit Seilen wurde einer der Verteidiger zu Fall gebracht und stürzte knapp an Martin vorbei auf den Boden. Vollplatte auf Gambeson = Aua in diesem Falle.

Wibke sorgte nach der Schlacht auf für Aufsehen, da viele der Kämpfer sehr erstaunt waren eine Frau unter der Rüstung zu erblicken, auch wenn während des Kampfes manche Mitstreiter sich über die femininen Äußerungen des vermeintlichen „Kämpfers“ wunderten. Nun neigte sich der Tag und somit auch das Event dem Ende zu und wir begannen am frühen Abend mit dem Abbau. Es bleibt zu sagen, dass das Event eines der Schönsten diesen Jahres war und die Schlacht laut allgemeiner Aussage unserer Leute eine der Besten, wenn nicht sogar DIE Beste war, an der sie jemals teilgenommen hatten.

Vielleicht sehen wir uns alle ja an gleicher Stelle 2008 wieder.


Dominic von Widu

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