Reisebericht Barkhausen

Am Freitagmorgen sattelten wir unsere Pferde und beluden unsere stählernen Kutschen um uns gemeinsam mit zahllosen Pilgern, die um die Osterzeit die Handelswege verstopften auf den Weg.

Bei strahlendem Sonnenschein schlugen wir auf der lauschigen Wiese, die Julia wieder einmal gekonnt ausgesucht hatte, unsere Zelte auf. Noch lange vor Einbruch der Dunkelheit standen alle Zelte und alle Einkäufe waren getätigt. Nun konnten wir endlich das Wiedersehen mit alten Freunden feiern, die uns bereits im letzten Jahr in Barkhausen besucht hatten.

So hatten die Templer aus Braunschweig, Bruder Michel aus Gütersloh, Bruder Henrie de Montjoie aus Aachen und Bruder Midan aus dem fernen Berlin ihren Weg zu uns gefunden. Unser heidnischer Freund der Dengler schlug mit kleinem Gefolge auf, sowie der ehrenwerte Ernstus von Lippense mit einer Delegation der Foederati. Insgesamt zählten wir 29 Recken und Maiden, die sich alle auf ein geselliges Wochenende freuten.

Mit reichlich Bier und Wein wurde das Wochenende am Freitagabend eingeläutet. Es wurde gesungen und gelacht und Bruder Heinrich reiste mit seiner tiefen klangvollen Stimme so manches Mal mit voller Geldbörse um die Welt. Nur Bruder Ashlar konnte an der allgemeinen Stimmung leider nicht teilhaben. Ein übler Virus hatte ihn an sein Lager im Zelt gefesselt. Warme Kleider und allerlei Arzneien, sowie Ratschläge und Besserungswünsche wurden fleißig in sein Zelt getragen, um das Leid des Bruders etwas zu lindern.

Am Samstag morgen war Bruder Ashlar jedoch nicht der Einzige, dem es schwer fiel unter der warmen Decke ins noch ziemlich kalte Freie zu treten. Die Nachtwache hatte einige Brüder doch recht stark mitgenommen, so dass Manche erst den ein oder anderen Kaffee brauchten, um die Lebensgeister wieder in Wallung zu bringen.

Um keinen Müßiggang aufkommen zu lassen begann sogleich nach dem Frühstück das Training. Die ersten Stunden verbrachten wir mit Formationsübungen. Danach gab es etwas eins gegen eins für die Anfänger und am späten Nachmittag schließlich einige freie Gruppengefechte. Alle Knochen blieben heil und alle hatten jede Menge Spaß.

Auch Bruder Ashlar ließ sich die sonnigen Stunden des Tages nicht entgehen und kam bisweilen aus seinem Zelt um das schöne Wetter zu genießen.

Am Samstagabend wurde ein großes Feuer entzündet und im Schein des Vollmonds und zahlreicher Fackeln wurden Bruder Jakob von Pagin von der Komthurey Braunschweig, sowie unsere Brüder Peter und Konrad feierlich in den Orden aufgenommen. Im Anschluss saßen wir noch bis tief in die Nacht ums Feuer und waren guter Dinge. Wieder einmal stellten die Templer ihre Gesangsfähigkeiten unter Beweis bis die Müdigkeit einen nach dem anderen in die Zelte befahl.

Einige Verwegene machten es sich auf ein paar Fellen am Feuer gemütlich und schliefen in ihre Mäntel gehüllt im Freien.

Mit dem Aufgehen der Sonne am Sonntag dauerte es nicht lange bis die warmen Strahlen die Kälte der Nacht aus unseren Gliedern vertrieben hatte, so dass wir nach dem Frühstück noch einmal Rüstung und Waffen anlegten, um uns nach ausgiebigem Seelenfängerklicken noch einmal in die Schlacht zu stürzen.

Müde, doch glücklich begaben wir uns dann gegen Mittag an den Abbau. Und so ging dieses wunderschöne Lager, das zu keinem Zeitpunkt Langeweile aufkommen ließ und sicherlich für alle ein unvergessliches Erlebnis war, zu Ende.

Für mich war es das erste Lager in Barkhausen und die Erwartungen waren hoch nach den Erzählungen aus dem letzten Jahr. Doch wurden meine Erwartungen in keiner Weise enttäuscht. Es war ein gelungener Einstieg in die Saison und nun freuen wir uns auf die kommenden Lager Anno 2007.


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