Reisebericht zwischen Hamm und Werl




Trotz Regen und Ausfällen...


 


Schon bei der Anreise öffnete der Himmel alle Schleusen. Aus diesem Grund wurde aus dem ursprünglichen Startort nur der Treffpunkt, um mich zu den anderen zu bringen. Zuerst verlebten wir einen schönen Grillabend mit allen fahrtwilligen. Auch waren die Eltern vom Marshall der Komturei Mark Bruder Nikolaus Berchovesche von Wilkinghof und der Komtur Bruder Martin von der Mark anwesend.


Leider war es Martin aus gesundheitlichen Gründen nicht möglich an der Wallfahrt teilzunehmen, jedoch hat er die Wandernden nach Kräften unterstützt. Um den ersten Abend gemütlich ausklingen zu lassen begaben wir uns noch gemeinsam in die Stadt. Leider waren nicht alle den Versuchungen gewachsen, so dass wir am nächsten Morgen mit erheblichen personellen Ausfällen unsere Wallfahrt begonnen haben.


 


Auf gutes Wetter während des ganzen Tages hoffend, starteten wir bei nahezu strahlendem Sonnenschein in Hamm Berge vom Haus des Gastgebenden Marshalls. Es ging über Wanderwege, vorbei an einem Biobauernhof. Zu unserer Stärkung kauften wir dort rote Johannisbeeren und Stachelbeeren zu einem verboten günstigen Preis. Weiter ging es über eine Fußgängerbrücke über der Autobahn, wo wir von mehreren Lkws freudig angehupt wurden. Aus Freude an dem schönen Tag setzte sich Andreas auf dem Bollerwagen und raste damit einen Hügel hinunter. Am Nachmittag kamen wir, nach einem Stück des Weges auf einer Landstraße, trocken in Osterflierich an. Unser Marschall hatte für eine Unterkunft in einer Scheune gesorgt und alle, außer Andreas und mir legten sich erst einmal müde in das Gras vor der Scheune. Ich machte noch einen Spaziergang zu den Windrädern. Schon am ersten Tag hatte sich Barbara Blasen an beiden Füßen gelaufen. Als ich von den Windrädern zurück kam hatte Andreas schon den Grill angeworfen und Martin kam mit dem Auto und einigen Sachen. Dann fing es an zu regnen und hörte vorerst nicht mehr auf. Schnell wurde alles in die Scheune geschafft. Unser Marshall machte sich ein erstes mal auf nach Hause um Salat zu holen. Er kommt zurück, ohne Salat. Er macht sich ein zweites mal auf den Weg um den Salat zu holen. Diesmal kommt er – wer hätte das gedacht - ohne Salat, dafür mit Grillgut zurück. Müdigkeit macht sich breit und wir diskutieren ob wir morgen weitergehen sollen. Wir treffen die Entscheidung: nur falls wir weggespült werden, wird abgebrochen.


Jana und Arne aus der Komturei Lünen kamen zu Besuch und wir bereiteten das Nachtlager vor. In der Zwischenzeit brachte Martin Wibke nach Hause. Später fuhren die beiden Lünener nach langen Gesprächen nach Hause und wir legten uns Schlafen.


Am Sonntag standen wir um 8.00 Uhr auf und, Andreas sei Dank, frühstückten mit frischem Kaffee und frischen Brötchen. Unser Schlafplatz war schnell aufgeräumt und wir Abmarsch bereit. Nachdem wir uns noch mit dem Verwalter des Schützenveriens, dem die Scheune gehörte, unterhalten hatten ging es trotz beginnendem Regen mit guter Stimmung weiter in Richtung Werl. Zum Glück war es nur ein sanfter Dauerregen, den man kaum wahrnahm. Unterwegs aßen wir frische Zuckerrüben. Um uns ein wenig die Zeit zu vertreiben, sammelte Andreas einige Soldatenknöppe und wir bewarfen uns gegenseitig damit. Da ein Weg nicht über die Gleise führte, wie er führen sollte, benutzen wir den Fahrweg eines Bauern und liefen den Rest zum Bahnübergang zwischen Feld und Bahngleisen. Einem Hund waren wir wohl unheimlich. Er wollte seiner Herrin nicht folgen und nur mit gutem Zureden gelang es ihr ihn dazu zu bewegen uns in einem großen Bogen zu umgehen. Am Tor 2 von Turflon haben wir eine letzte Rast eingelegt und uns ein letztes mal gestärkt, um dann frischen Mutes den Rest des Weges nach Werl hinter uns zu bringen.


In der Wallfahrtsbasilika Mariä Heimsuchung war neben uns sogar ein Kardinal unter den Besuchern. Rechts und links vor dem Eingang der Basilika bestaunten wir die Bilder die Pilger zu verschiedenen Anlässen gestiftet hatten und wurden unsererseits von anderen Pilgern bestaunt. Im Innern sahen wir uns die Pilgerkerzen und Votivgaben an und versanken in stiller Einkehr, froh trotz aller Widrigkeiten die Wallfahrt begonnen und vor allem glücklich beendet zu haben. Bei einem guten Kaffee ließen wir die Fahrt dann ausklingen.



Vielen Dank für diesen Reisebericht und natürlich fürs Mitwandern an Bruder René von der Komthurey Aachen!

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