Reisebericht Hergenrath/Belgien

Im Dunkeln, einem überladenen Anhänger und einem vollem Kofferraum samt Wachhund Cleo, traf der Komtur am Freitagabend auf dem Gelände der Eyneburg ein. Auf dem Beifahrersitz ein dämlich grinsender 6-jähriger der es noch gar nicht fassen konnte wirklich dabei zu sein. Naja....der 6jährige war ein bisschen älter, aber aufgeregt war er trotzdem.


Nach einer kurzen aber herzlichen Vorstellrunde in schummerigen Feuerschein wurden mit geübten Handgriffen die restlichen Zelte aufgebaut. Meine Aufgabe bestand darin möglichst nicht im Weg herumzustehen, was zwar nicht immer gelang aber Staunen und gleichzeitig Ausweichen ist ja Multitasking und bekanntlich eher Frauensache...


Die Nacht war kühl aber dank Wolldecke und Mumienschlafsack ohne größere Verluste gut zu überstehen.


Am nächsten Morgen konnte ich die anwesenden Komthurey-Mitglieder dann endlich im Tageslicht kennenlernen, natürlich bereits in voller Gewandung. Nachdem auch ich mich der gängigen Mode angepasst und unter den kritischen Blicken Bruder Christians verschiedene Korrekturen an meine Aussehen vorgenommen hatte, wurden noch die restlichen Lager"gebäude" aufgebaut: Das große Sonnensegel und das Küchenzelt. Währenddessen nahmen wir auch unsere Nachbarn und deren abgehackte Hand in Augenschein. Aha....pädagogisch wertvolles Reenactement... (weitere Details lasse ich an dieser Stelle aus. Die Augenzeugen berichte sind zu unglaubwürdig, dass man sie wiedergeben könnte)


Im Laufe des Samstage wurden wir noch durch Bruder Rene verstärkt, dessen Anreise nicht ganz soweit war wie unsere. Es folgten über den Nachmittag verteilt verschiedene Ausflüge zum Turnierplatz oder in den nahen Wald um dort ein paar Fotos zu schiessen.


Highlight war dann die kleine Andacht in der mittelalterlichen Burgkapelle. Während wir in schummerigen Licht unsere Messe lasen, drängten sich im hinteren Teil die Touris, vornehmlich ältere Herren, die fachmännisch in unser "Pater noster" reintratschten.


Mit Einbruch der Dämmerung sammelte sich die Komthurey um das Lagerfeuer und durfte ein gelungenes Abendbrot geniessen. Zum Ausklang des Abend besuchte ein Teil der Leute noch den Bader. Am Lagefeuer wurden Met und Wein gereicht und noch die eine oder andere Anekdote der (fast) vergangenen Saison erzählt.


Am Morgen des nächsten Tages regnete es. So nahmen wir das Frühstück zwar frierend und mürrisch ein, aber glücklicherweise klarte der Himmel bald auf und spendete uns Sonnenschein - und die Hoffnung die durchgeweichten Zelte bis zum Abend trocken nach Hause zu bekommen.


Für das Mittagessen wurden gemeinsam Pilze und Zwiebeln geschnitten. Ausgerechnet die letzte Zwiebel wurde mir zum Verhängnis. Weil die Unterhaltung mit den anwesenden Damen viiieeel interessanter wahr, habe ich nicht auf die Zwiebel und das Messer geachtet. Schnapp! Schon war ein Teil des Daumens eingeschnitten. Trotz sofortiger Wundversorgung konnte die Blutung erst mit einem weiteren Druckverband gestoppt werden.


Das Essen hat aber trotzdem (oder gerade deswegen?^^) super geschmeckt.


Ich könnte noch 3 weitere Seiten mit den unzähligen Eindrücken von der Eyneburg füllen. Für mich war es das erste Lager überhaupt, für die anderen das letzte Lager der Saison. Für uns alle war es ein tolles Wochenende...


Lukas, Novizenanwärter


 


Fotos: Galerie 2009


 


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